Mittwoch, 23. Juli 2014

Schmelzen

Seine glühenden Finger berühren ihre kalte erfrorene Haut.
Ein Wunder, dass dieses weiße Papier nicht kaputt geht dabei.
Sie fahren über ihren Körper, auf und ab, angenehm warm, fast heiß.
Die warmen Funken der Finger springen wie an einer Glasscheibe ab, die Haut bleibt kalt.
Sie schließen sich immer weiter um den Körper des Mädchens, immer enger, immer fester.
Die Arme, wie gierige Schlangen, schlingen sich um ihre eiskalte Gestalt.
Eigentlich sollte es einengend sein, unangenehm, zu heiß.
Doch die Arme wärmen das Mädchen, die Glasscheibe droht zu zerspringen.
Nun können die Funken in die Venen und das Blut eindringen, und bringen es somit zum schmelzen.
Sie kann sich wieder bewegen, wird frei.
Sie fängt an zu glühen, es ist nicht mehr nur Winter, sondern langsam bricht der Sommer ein.
Immer dichter schlingen sich die Arme und Füße um sie, immer enger sollte es werden, doch immer freier fühlt es sich an.
Wärme, Geborgenheit, Freiheit.