Bin auf dem weg dich abzuholen mit unserem alten neuerstandenen VW-Bus, der über und über bemalt ist. Man wird überall auffallen durch seine leuchtenden Farben und durch seine nach Freiheit schreienden Ausrufe. Am Spiegel vorne hängen Traumfänger und es herrscht ein Chaos. Hinten sind all unsere Sachen verstaut, all die Sachen, die wir für unsere Reise benötigen werden. Viel ist es nicht, denn wir haben ja uns und das ist alles was wir brauchen, stimmts?
Auf dem Armaturenbrett und auf dem Beifahrersitz liegen Karten und CDs. Ich lege Nirvana ein bevor ich bei dir ankomme. Du steigst ein, freudestrahlend und wir sind so glücklich.
All der Ärger, Schmerz, Verzweiflung die ganzen Jahre ist Vergangenheit. Es gibt nur noch dich und mich.
Wir fahren los. Immer dem Gefühl nach. Es soll zuerst Richtung Süden gehen.
Die Musik haben wir so laut gestellt das man sich nicht mehr unterhalten kann. Wir sind eins mit ihr und singen und grölen mit den Liedern, die uns so viel bedeuten, die uns so viel geholfen haben, die Lieder unserer Jugend, unseres Lebens.
Wir lassen die Fenster herunter denn es ist warm. Ein wunderschöner warmer Frühlingstag. Unsre Haare wehen im Wind und wir fühlen uns frei.
Wir fahren den ganzen Tag, halten kaum an, wenn dann mal kurz zum pinkeln. Gegen Nachmittag fahren wir von der Autobahn, fahren so lange bis wir ein kleines Dorf erreichen. Mit unsrem VW-Bus stellen wir uns auf eine der Wiesen. Neben uns grasen Kühe und wir breiten eine große Decke aus. Zu essen haben wir nicht viel dabei, aber es ist köstlich, denn es schmeckt nach Freiheit. Wir liegen im Gras und hören der Natur zu, wie sie mit uns spricht, wie sie ihre Gedanken an uns weiter gibt. Nichts und niemand stört uns und wir genießen einfach den Moment.
"Nameless?", frage ich. "Ja Dezembermädchen?", antwortest du. "Ich bin glücklich", sage ich.
Später steigen wir wieder in den Bus, und fahren weiter.
Die Sonne geht langsam unter und so fahren wir ihr entgegen. Kommen dem großen glühenden Lichtball immer näher bis er schon fast hinter dem Horizont verschwindet. Ich halte an. Mitten auf der leeren Straße.
Wir steigen aus und fangen an zu rennen. Wir rennen und rennen und lachen und weinen immer weiter der Sonne entgegen. Irgendwann lassen wir uns fallen und bleiben einfach auf der Straße liegen. Wir nehmen uns in den Arm, kuscheln uns an den anderen und halten uns, halten uns fest, weil wir immer noch Angst haben fallen zu können. Vielleicht haben unsere Gehirne noch nicht verstanden, dass jetzt alles gut ist.
Dass wir endlich frei sind.
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